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Bernadette Schuster im Interview

 

"Nachgefragt - Helden des Laufsports im Interview"

Hier findet ihr hier regelmäßig Interviews mit Menschen die eine gemeinsame Leidenschaft haben, nämlich das Laufen. Zeiten spielen hier keine Rolle, es geht um die Person und die Geschichte dahinter. Vom Genussläufer bis zum WM-Teilnehmer, hier werdet ihr von jedem etwas finden.

Alle Interviews hier!

Gibt es bezüglich Interviewpartner Vorschläge von eurer Seite, dann einfach eine Mail an fm2011@gmx.net

 

Teil 4: Bernadette Schuster (KW 29):

Adresse: Unterfischbach 1/8, 4151 Oepping
Gewicht: 54 kg
Größe: 1,74 m
Trainier: Heinz Planitzer
Verein: SK Vöest / Mitglied im ASICS Frontrunner Team Austria

Bernadette Schuster ist 37 und aus Opping/Oberösterreich. Die für den SK Vöest startende Tischlerin/Buchhalterin ist mehrfache Medaillengewinnerin bei Staatsmeisterschaften und hat dementsprechend tolle Bestzeiten.

Hdl: Hallo Bernadette, du hast eine sensationelle Zeit von 35:36 Minuten auf 10 Kilometer stehen und den Marathon läufst du in 02:57h was ist tatsächlich deine Lieblingsdistanz und warum?

Bernadette: Also meine Lieblingsdistanzen sind vorwiegend 5 – 10 km Läufe und Crossläufe. Ich mag es einfach, von Beginn an Vollgas zu geben und liebe den Speed. Zudem liegen mir diese Distanzen einfach am Besten und da kann ich mich immer noch steigern, dass reizt mich derzeit mehr. Auch Halbmarathons mag ich gerne. Die bis jetzt gelaufenen Marathons, habe ich nicht konkret länger gezielt trainiert, weil mein Fokus immer auf den kürzeren Distanzen (im Frühjahr Cross und 10 km Läufe) lagen und die Marathons wegen Meisterschaften oder einfach so mitgenommen habe, da ich, auch wenn ich kürzere Distanzen laufe, immer an die 90 bis 110 km pro Woche laufe und ein Marathon auch machbar ist. Wenn ich das nächste Mal gezielt einen Marathon laufe, möchte ich wirklich auf eine gute Zeit hinlaufen, und da muss dann der Marathon oberste Priorität haben. Was ich sicherlich noch in den nächsten Jahren dazukommen wird, ist der Trailrun.Ich liebe das Laufen im Gelände, in den Wäldern und v.a in unserem angrenzenden Böhmerwald, wo ich meist ca. 4 mal die Woche trainiere.

Hdl: Du warst 2017 bei der Crosslauf EM in Samorin/Slowakei dabei? Warst du dort zufrieden?

Bernadette: Also 2017 war meine absolut beste Saison bis jetzt. Ich habe mich in allen Distanzen verbessern können, obwohl ich schon über 20 Jahre im Wettkampf Geschehen dabei bin. Dass es die Chance gab, mich für die EM zu qualifizieren, haben ich leider sehr, sehr kurzfristig erfahren. Die Saison war leider schon sehr lang und intensiv, aber ich wollte unbedingt alles nochmal versuchen, da dabei sein zu können, weil es ein langer Traum war, es auch in meinem Alter nochmals zu schaffen, aus eigener Kraft bei einer Cross EM dabei sein zu können. Die Qualifikation lief noch recht gut, aber leider konnte ich bei der intensiven und fast 10km langen Crosslaufstrecke bei der EM nicht mehr das zeigen, was ich über die Saison gebracht habe. Zudem war es bitterkalt und ein extrem böiger Wind, das erschwerte das Ganze. Von der Leistung war ich zwar nicht zufrieden, aber extrem dankbar und glücklich, dass ich es bis dahin geschafft habe!!

Hdl: Wie können wir uns, im Altag, einen normalen Trainingstag der Bernadette Schuster vorstellen?

Bernadette: Mein Tag fängt sehr früh an, um 4:15 ist Tagwache. Für einen guten Start in den Tag, ist ein gemeinsames Frühstück mit meinem Freund Hubert wichtig! Mein Arbeitsbeginn ist um 5.30. Ich arbeite in 2 Jobs: In meiner Hauptbeschäftigung als Tischlerin, in der Warenannahme und Lagerwirtschaft bei der Tischlerei Andexlinger, arbeite ich bis ca. 13.30 – 14 Uhr. Die Trainingskleidung bereits im Gepäck, absolviere ich danach gleich mein Training. Nach dem Training, investiere ich fast täglich ein bis zwei Stunden für meinen zweiten Job, in dem ich Büroarbeiten und Buchhaltung in der Montagetischlerei meines Bruders erledige. Danach kommt 2 - 3 mal die Woche der zweite Teil meines Trainings: Zirkel, Kraft, Stabi und Dehnen. Das habe ich seit letztem Jahr fix in mein Trainingsprogramm aufgenommen, um Disbalance der Muskulatur vorzubeugen.

Hdl: Ist Training für dich generell eine Sache was du alleine machst oder trainierst du auch in der Gruppe?

Bernadette: Ich trainiere meist mit meinem Freund Hubert, der selbst Läufer bzw. Ultraläufer ist! Wann immer unser Training zusammenpasst, trainieren wir gemeinsam. Vor allem die lockeren Läufe, machen wir immer gemeinsam in dem schönsten Laufgebiet und unserem zweiten Wohnzimmer, dem Böhmerwald!!

Hdl: Bei Läufer oft vernachlässigt wird das Lauf ABC und Krafttraining. Wie viel Zeit investierst du dafür und wie wichtig ist das wirklich?

Bernadette: Ich hatte es selbst leider jahrelang vernachlässigt, weil ich doch ein intensives Arbeitsleben habe und der Tag sehr oft zu kurz ist. Aber dadurch, dass ich jahrelang viele muskuläre Probleme und immer wieder mit Schmerzen zu kämpfen hatte, wurde mir klar, dass ich das ändern musste. Seitdem mache ich 2 – 3 mal wöchentlich Eigengewichtsübungen wie Stabi, Krafttraining, dehnen (Blackroll etc..) Ich versuche es so oft es geht, dafür eben nur ca. 45 – 60 min, aber schon das bringt positive Effekte.

Hdl: Was sind deine nächsten sportlichen Ziele?

Bernadette: Dieses Jahr begann eigentlich wie gewohnt, mit guten Crossläufen im Jänner. Irgendwie hatte ich jedoch körperlich einen starken Einbruch, mitunter war sicherlich auch ein familiärer Verlust, denn es zu verarbeiten galt, ein Mitgrund. Deshalb hatte ich meine Ziele etwas auf Eis gelegt, und versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Im Mai ging es endlich wieder bergauf und ich setzte mir wieder gute Ziele. So bin ich jetzt wieder in einer sehr guten Form, sodass ich mich heuer wieder für kurze, schnelle Distanzen, mitunter auch 2 Bahnbewerbe, entschieden habe. Ende Mai holte ich mir, nach dem 10 km Landesmeistertitel auf der Straße, auch den Landesmeistertitel über 5000m Bahn und entschied mich, dass ich kommendes WE auch die Staatsmeisterschaften in dieser Disziplin machen werde. Im Herbst möchte ich auch einen guten HM laufen und bei den HM Staatsmeisterschaften meine PB verbessern.

Hdl: Kommt für dich in Zukunft auch Triathlon oder ähnliches in Frage oder bist du „nur“ eine Läuferin?

Bernadette: Derweilen bin ich noch eine reine Läuferin, aber ich möchte gerne auch bei Duathlons an den Start gehen, das ich schon seit längerem vorhabe! Derweilen habe ich läuferisch noch viele Ziele, die ich noch verwirklichen möchte. Aber in meinem Trainingsalltag, baue ich ein bis zweimal pro Woche Radeinheiten ein. Es macht mir super viel Spaß, v.a das Rennradeln ist einfach ein Traum in meinem angrenzenden Nachbarsland, Tschechien. Ein schier endloses Paradies fürs Laufen, Rennradeln und Biken, wo man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Immer wieder dankbar, dass ich so viel Schönes vor meinen Füßen habe. smiley

Hdl: Wann hast du mit dem Laufen begonnen und ab wann hast du gemerkt, dass du richtig Talent dafür hast?

Bernadette: Seit ca. 20 Jahren ist das Laufen nun ein wichtiger Teil meines Lebens. Sportlich war ich aber schon von Kindesbeinen an, ständig in Bewegung und immer auf Trab. Mit meinen Brüdern spielte ich Fußball, Badminton, Volleyball etc…. Aber auch das Laufen war damals schon ein Teil meiner Freizeit. So bemerkte ich recht früh, dass mir neben Volleyball und Basketball vor allem das Laufen sehr gut lag. Zu den ersten Laufwettkämpfen kam ich durch meine Schwester, die auch Läuferin war. Seit ca. 15 Jahren stehe ich regelmäßig bei Laufbewerben am Start.

Hdl: Laufen oder allgemein Bewegung was bedeutet das generell für dich?

Bernadette: Das Laufen begleitet mich schon von meiner Kindheit an und ließ mich seitdem auch nicht mehr los. Ich bin ein Naturmensch mit einem großen Bewegungsdrang! Das Laufen verbindet alles: Es ist die Einheit zwischen Körper, Geist und Seele. Das ist etwas ganz Besonderes für mich, bedeutet mir sehr viel und hat einen großen Stellenwert in meinem Leben! Das Ausloten meiner Grenzen, das Erreichen meiner eigenen Ziele und das Schaffen von vermeintlich unmöglichem, gehört ebenso dazu und ist eine wichtige Zutat bei harten Trainings und Wettkämpfen. Neben der Herausforderung, das man „Leben“ nennt, ist Sport ein wichtiger Teil um in Gleichgewicht zu bleiben. Auch sich in Form zu halten, ist mir sehr wichtig. Es ist ein gutes Gefühl, auf sich zu achten und sich zu bewegen. Ich danke Gott, dass er mir die Liebe, Kraft und Leidenschaft für so viel Schönes in meinem Leben gegeben hat und somit auch die Begegnung mit meinem Mann und all den vielen tollen Menschen, die ich durch das Laufen kennen lernen durfte!! Somit liebe ich es, mit der „Lauffamilie“ unterwegs zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen und danach einfach Spaß und Freude an diesem schönen Sport, und eine gute Zeit mit der Lauffamilie zu haben.smiley Aber das Wichtigste ist, nie den Spaß und die Freude an diesem tollen Sport zu verlieren!

Hdl: Was machst du, wenn du nicht gerade läufst?

Bernadette: Wichtig ist mir vor allem die Familie! Die Zeit ist oft knapp, deshalb ist es umso wichtiger, die Zeit zu genießen, die man mit der Familie verbringt. Aber auch das Treffen mit Freunden ist ein sehr wichtiger Teil für mich. Abseits vom Laufen verbringen wir, so viel es geht, Zeit in den Bergen. Bei Bergtouren und Klettersteigen, leben wir unsere zweite Leidenschaft in vollen Zügen! Die Magie der Berge, die Kraft, Freude und Demut, die man auf den Gipfeln der Berge verspürt, ist einfach unbeschreiblich!! Biken und Rennradeln gehören auch zu meinen liebsten sportlichen Betätigungen.

Hdl: Welche Rolle spielt bei dir eine gesunde Ernährung und gibt es was auf das du nicht verzichten kannst?

Bernadette: Ich bin kein großer Esser und da ich ohnehin unter Tags keine große Pause habe, war es immer schwierig, mich wirklich ausreichend mit allem zu versorgen. Schwierig auch, weil ich gleich direkt im Anschluss an meine Arbeit mein Training mache. Immer wieder hatte ich dadurch auch mit Mängeln zu kämpfen. Das versuche ich aktuell mit einer guten Ernährungsform zu ändern. Ich versuche derzeit, mich im Arbeitsalltag mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen! Hauptaugenmerk sind Rohe Fette (rohe Eier, Kokosöl, Bananen, Zimt Gemisch) und grünen Smooties, die ich aktuell für mich entdeckt habe! So gelingt es mir immer mehr, wirklich eine gute Versorgung des Körpers zu erzielen.
Abend gibt es meist viel Gemüse, Fisch und hin und wieder Hühnerfleisch. Vor Wettkämpfen und Intervallen, esse ich mehr Kohlenhydrate. Der Grund für mein Umdenken ist sicherlich nicht nur mein Sport, sondern mir ist klar geworden, dass man schlimme Krankheiten mit ausreichender Zellernährung entgegenwirken kann!! Aber auf was ich nicht verzichten kann oder will, ist natürlich Schoki wink Das beschränke ich allerdings aufs Wochenende soweit es geht, aber dann genieße ich es dafür dann umso mehr.wink

Hdl: Noch eine letzte Frage. Wie fühlt sich Bernadette Schuster, wenn sie mal zwei oder drei Tage keinen Sport machen konnte?

Bernadette: …ähh nächste Frage (hahaha) Ich mache beinahe täglich Sport, weil es einfach dazu gehört, ich einen großen Bewegungsdrang habe, und es mein Ausgleich zum oft stressigem Arbeitsalltag ist. Pausetage im Jahr sind leicht gezählt. Es fällt mir somit schwer, nicht zu laufen. Und wenn ich mal einen seltenen Pausetag einlege, dann ist auch der meist ausgefüllt. Ein Tag Pause in der Woche macht sicher Sinn, aber da denk ich mir dann eben, ein bisschen Zeit im Böhmerwald zu verbringen, tut mir einfach gut. Die Zeiten wo ich mehrere Tage keinen Sport wegen Verletzungen oder ähnlichem machen konnte, waren demnach nicht so toll, aber das kennen vermutlich alle Sportler. wink

Hdl: Bernadette, danke für dieses Interview und weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.

Bernadette: Ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview!